Über 80 Experten für Flora und Fauna erforschten
gestern das Artenvorkommen im Wildtierland in Klepelshagen bei Strasburg
(Uckermark/Mecklenburg-Vorpommern). In dem mehr als 1.000 Hektar großen Gebiet
dokumentierten sie dabei rund 1.800 Arten.
Dass reich strukturierte Wälder und saubere Gewässer zu einem Anstieg des
Artenvorkommens gefährdeter Arten beitragen können, belegen die
außergewöhnlichen Funde bei den Pilzen. Hier wurden insgesamt über 170 Arten
nachgewiesen, davon fünf Erstfunde für Mecklenburg-Vorpommern: Als herausragend
bezeichneten die Fachleute den Nachweis der Schleimpilzart Gloetinia juncorum.
Bemerkenswert sind auch die Bestimmung der Schlauchpilzarten Miladina
lechitina, Pachyella babingtonii, Mollisia pilosa und Cyathicula starbaeckii,
die auch deutschlandweit auf der Roten Liste zu finden sind.
Insgesamt konnten 96 Vogelarten erfasst werden. Die Trauerseeschwalbe
(Chlidonias niger), die in Mecklenburg-Vorpommern vom Aussterben bedroht ist,
wurde mehrfach gesichtet. Im Wildtierland brüten etwa 20 Prozent des gesamten
Landesbestandes. Außerdem konnten der stark gefährdete Wendehals (Jynx
torquilla) und der gefährdete Grünspecht (Picus viridis) dokumentiert werden.
Besonders hervorzuheben bei den Funden der Höheren Pflanzen sind das
Graben-Veilchen (Viola persicifolia) und die Echte Gelb-Segge (Carex flava),
die beide in der Roten Liste von Mecklenburg-Vorpommern als vom Aussterben
bedroht eingestuft werden.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass wildtierfreundliche Land- und
Forstwirtschaft die Artenvielfalt unterstützen und fördern. Seit 17 Jahren wird
im Wildtierland eine ökologisch Landwirtschaft unter Berücksichtigung der
Lebensraumansprüche der Tier- und Pflanzenwelt betrieben.
Projekte in ganz Deutschland und darüber hinaus
Insgesamt gibt es in diesem Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz
über 400 Aktionen zum GEO-Tag der Artenvielfalt, an denen jedes Jahr mehr als
20.000 Menschen beteiligt sind. Weitere Aktionen fanden in Belgien, Italien,
Polen sowie in Namibia, Aserbaidschan und Singapur statt.
(Quelle: GEO Marktkommunikation, 15.06.2009)